Mittwoch, 21. Oktober 2020
Sieg der Intelligenz
Sieg der Intelligenz.

Es ist tröstlich zu erkennen das dem Sieg der Intelligenz nichts entgegen zu setzen ist. Das dies auch sehr negative, bis gefährlich Folgen mit sich bringen kann und wird, macht die gegenwärtige Lage mehr als deutlich.

Der Intelligenz eines Virus wie Corona ist nichts entgegen zu setzen, auch wenn die verantwortlichen Dummköpfe, in ihrer mangelnden Intelligenz immer wieder versuchen den Rest der Welt vom Gegenteil zu überzeugen. In Konsequenz bedeutet es aber auch, dass das Virus als Sieger vom Platz gehen wird. Was auch immer das heißen wird.

Das Virus, erst gute sechs Monate auf der Welt, hat in dieser Zeit so erschreckend viel gelernt, das man es mit der Angst zutun bekommen muss.

Man stelle sich vor, das Virus hat nicht nur gelernt, die Menschen zu befallen und in einigen Fällen krank zu machen, nein es hat auch gelernt räumlich und zeitlich zu denken. Es ist in der Lage Stofflichkeit zu erkennen und zwischen alt und jung zu unterscheiden und das in nur sechs Monaten.

So erkennt das Virus, ob jemand eine Maske trägt oder nicht. Es agiert nur zu bestimmten Zeiten, wie zum Beispiel bis 23 Uhr oder in anderen Regionen bis 1 Uhr, zur Speerstunde. Auch geografisch hat das Virus eine Menge auf dem Kasten. So erkennt es zum Beispiel den Unterschied zwischen einzelnen Bundesländern, und dem Norden und dem Süden, was heute vielen Schülern nicht mal bekannt ist.
Das Virus ist in der Lage, zu erkennen was Besucher von Gaststätten und Lokalen zu trinken pflegen. Da das Virus Alkohol erkennt, darf dieser nur bis zu einer bestimmten Uhrzeit ausgeschenkt werden und auf der Straße überhaupt nicht mehr, denn das mag so ein Virus überhaupt nicht.

Selbst die Anzahl von Personen, sogar unterschiedlicher Nationalitäten erkennt das Virus inzwischen.
Es weis sehr genau das es bei einem Personenkreis von unter fünf Teilnehmern nicht angreifen darf, was es auch nicht tut, wohingegen größere Gruppen bedingungslos angegriffen werden. Selbst hier ist es in der Lage nochmals zu unterscheiden. Bei Beerdigungen in Berlin und Essen durften bis zu 700 Personen, fremder Nationalitäten zusammenkommen, ohne dass das Virus eine Gefahr darstellen konnte.
Man könnte dem Virus auch Rassismus unterstellen, da es bei anderen Nationalitäten ein Auge zudrückt, während es bei deutschen Zusammenkünften, über fünf Personen gnadenlos zuschlägt. Zudem dürfen deutsche Bürger nicht mehr ins Ausland reisen wegen der Ansteckungsgefahr. Wohingegen Menschen aus Moria, trotz Corona weiter nach Deutschland einreisen dürfen. Das Corona so ganz nebenbei die Ungleichheit der Menschen klar herausstellt, ist schon sehr bedenklich.

Ebenso erkennt das Virus genau, um welche Personen mit entsprechendem Status es sich handelt. So werden Rentner, Akademiker, Ärzte, Pflegepersonal, und viel andere Berufe vom Virus, bei jeder sich bietenden Gelegenheit angefallen. Das Virus erkennt aber sehr wohl wenn es ein Politiker vor sich hat. Hier weist es deutlich Hemmungen auf um anzugreifen. Gut bei ein paar ganz dusseligen Exemplaren greift es dennoch an, aber da scheint der Erkennungswert zu gering, denn ansonsten würde das Virus es nicht wagen zu zuschlagen.
Ebenso mag das Virus nicht, das Menschen in Hotels und Pensionen nächtigen, denn dann weis das Virus nicht wen es wann schon angegriffen hat. Solche Irritationen schätzt das Virus bei aller Intelligenz überhaupt nicht.

Auch Bars und Lokale sollten alle ab 23 Uhr geschlossen werden, damit die Arbeitsüberlastung des Virus nicht zu groß wird.

Erfreut ist das Virus über die Tatsache, das es ab 1 Uhr auch zu Bett gehen kann und nicht in Nachtschicht noch weiter grassieren muss. Man könnte glauben, dass das Virus mit den Politikern einen Deal gemacht hat. Ab Sperrstunde habe ich meine Ruhe und dafür befalle ich euch nicht.

Es erstaunt schon sehr, wie die Infektion mit den unterschiedlichsten Aspekten in Zusammenhang stehen sollen. Der beste Schutz wäre das alle Menschen Politiker würden, denn die mag das Virus offensichtlich nicht, zeugt von einem hohen IQ.
Eine weitere Möglichkeit bestünde im grundsätzlichen Verbot von Alkohol, oder man könnten die Zeit abschaffen, denn dann wüsste das Virus nicht mehr wann es angreifen darf und wann nicht.

Zur Unterstützung des Virus muss das Ordnungsamt in Thüringen, jetzt auf öffentlichen Plätzen, die Personalien von Menschen erfassen, die keine Corona App auf ihrem Handy haben, um diese Daten an das Virus weiterzuleiten, damit das Virus nicht zufällig, Menschen mit der nicht funktionierenden App befällt. Schließlich muss auch der gute Wille Berücksichtigung finden, zumal die App ja schützt.

Auch die eigentlich leidende Industrie wird durch Corona seit neustem protegiert.
Da sich das Virus nun die Schulen vornimmt, müssen jetzt in der kalten Jahreszeit die Fenster in den Gebäuden in kürzesten Perioden gelüftet werden, denn man weis ja, frische Luft mag das Virus nicht.
Unterlassen sie bitte die blöde Frage: „Warum wir dann auch Masken im Freien tragen müssen?“.
Nun gibt es von den Freunden (Politiker) des Virus den Ratschlag, man solle den Schülern Decken und warme Sachen mit in die Schule geben, da die Räume durch das ständige Fensteröffnen total auskühlen werden.
Bleibt zu hoffen das es kein Schnee gibt, ansonsten müssten die Schüler auch noch den Weg zur Tafel freischüppen.
Ob dieses Frischluftgebot auch für öffentliche Großraumbüros, oder die Gesundheitsämter gilt, konnte durch Corona noch nicht abschließend geklärt werden.

Gut, für die menschliche Dummheit ist die Intelligenz des Virus nicht verantwortlich, aber sie hilft doch diese ans Licht zu bringen.
Ganz besonders wüten wird das Virus weil ihm soviel Tote und Erkrankte unterstellt werden. Es gibt werde eine Übersterblichkeit noch eine ungewohnt hohe Anzahl an Erkrankungen. Bei den Todesfällen von Corona handelt es sich ausschließlich um Menschen mit anderen markanten Vorerkrankungen. Als da wären Herz-Kreislaufprobleme, Diabetis und auch Übergewicht, um nur einige aufzuzeigen aber mir, dem Virus will man das in die Schuhe schieben.

Aber ohne mich, das werde ich mir als Virus nicht mehr lange mit ansehen, versprochen.
Alle öffentlichen Veranstaltungen konnte das Virus zum Erliegen bringen, um dessen Verbreitung zu verhindern. Das gilt natürlich besonders für private Bereiche.
Auf den Arbeitsplätzen werde ich mich als Virus zurückhalten, da können auch mehr als fünf Personen arbeiten, is nich so schlimm. Aber wehe wenn ihr euch im Freien aufhaltet, oder bei privaten Feiern und ihr keine Maske tragt, dann werde ich euch erwischen, obwohl ich ja eigentlich frische Luft nicht mag.

Endlich bekomme ich auch Unterstützung von den Behörden, obwohl ich die garnicht benötige. So wurde in den Städten Essen und Mühlheim eine Denunzianten App eingerichtet wo sich die Menschen untereinander anscheißen können.
Als wenn ich das nötig hätte, mich von Denunzianten unterstützen zulassen. Eure mangelnde Intelligenz solltet ihr mir nicht unterstellen.

Selbst der WDR fordert dazu auf, Ärzte bei den Behörden anzuscheißen, wenn diese nicht der mainstreem Meinung anhängen.
Also Ihr Menschen seid schon recht dämlich. Wenn ich als Virus so arbeiten würde, bekäme ich keine einzige Infektion zustande.
Aber ich brauche mich als Virus garnicht anzustrengen um möglichst viele Menschen zu infizieren, das gelingt mir mit meiner Taktik und Eurer Dummheit ohne großen Aufwand bestens. Zumal ihr eure Angst pflegt und dressiert wie einen kleinen Hund.

Also macht weiter so, dann werde ich auf jeden Fall als Sieger vom Platz gehen. Aber in den Geschichtsbüchern, so es dann noch welche gibt, wird auf jeden Fall stehen;
„Sie starben nicht am Virus, sondern an ihrer eigenen Dummheit“!


by Loose 21.10.2020



Freitag, 11. September 2020
Einschränkung
Was körperliche Einschränkung betrifft, habe ich es noch nie so stark empfunden wie zur Zeit. Zwei gesunde Arme, die das ausführen, was mir gerade durch den Kopf geht – und das auch noch blitzschnell. Das geht im Moment gar nicht. Und dabei hatte ich mein Leben doch gerade so gut im Griff! Trotz Corona ging es mir erstmal gut. Das Wetter war super und ich viel spazieren an der frischen Luft, mal ganz auf mich zurückgeworfen. Hatte Zeit zum Lesen und konnte in Ruhe über alles nachdenken, auch über mich. Mir war passiert, was allen passiert war. Kein Sport, keine Hausaufgabenbetreuung, keine Leseschule, kein Schreibkurs, keine Feste, keine kulturellen Aktionen, aber auch leider keine Familientreffen, keine Reisen. Ich war nicht Schuld an der Situation und im Gegensatz zu anderen Menschen hatte ich keine Existenzsorgen. Die Rente kam pünktlich, die Wohnung war warm und das Telefon verband mich mit dem Rest der Welt. Ich war guter Dinge und stolz, dass ich mit der Situation so gut zurecht kam.
Da schlug das Schicksal zu. Auf einem schönen Spaziergang knickte ich um und fiel ungeschützt auf meine rechte Schulter. Es krachte, und sofort wusste ich, da ist was kaputt gegangen. Im Vierfüßlerstand auf die Beine und wieder hoch. Der rechte Arm hing teilnahmslos an mir herunter. Ich schaffte es noch bis nach Hause. Aber am Nachmittag wurden die Schmerzen so stark, dass ich den Notarzt anrief. Von 15.00 bis nachts um 22.00 Uhr verbrachte ich dann eine unangenehme Zeit in der Notaufnahme. Der Schock kam verspätet. Ich zitterte am ganzen Körper und ein mitleidiger Helfer warf ein Laken über mich. Nach zweimaligem Röntgen stellte die Wissenschaft dann fest: der Arm war ausgekugelt. Hätte ich schon vorher sagen können. Leider waren außerdem zwei Knochen abgesplittert, was meine Lage nicht gerade verbesserte. Unter Narkose „das können Sie sonst nicht aushalten!“ wurde der Arm eingerenkt. Heute sind sechs Wochen vergangen und ich muss noch immer Tag und Nacht eine sperrige Orthese tragen. Und ohne starke Schmerzmittel geht gar nichts.
Ansonsten mache ich jetzt einfach alles mit links. Naja, einfach! Schon allein der Toilettengang ist eine Herausforderung. Und dazu die Schmerzen! Aber ich hatte auch viel Glück. In der ersten Woche hat mein Neffe bei mir gewohnt und mich betreut. Was hätte ich ohne ihn nur gemacht? Aber der Mensch kann viel, wenn der sich Mühe gibt. Und ich habe mir Mühe gegeben. Dennoch, ich bin körperlich und psychisch erschöpft. Es wird wohl noch etwas dauern, bis ich wieder voll funktionsfähig bin.
Mein Fazit: Einschränkungen können das Leben von einem Tag auf den anderen grundlegend verändern.

Monika Kristen



Sonntag, 26. Juli 2020
Schreiben
Ich lebe - ich schreibe
und das ist bei Leibe
keine einfache Sache,
die ich da mache.

Das ist meine Art - eben
etwas zurück zu geben,
vom Leben und Sein.
Das ist fein.

Die Welt der Worte
egal an welchem Orte,
können bewegen.
So iss es eben.

Ich lerne umzugehen
nicht Inhalt verdrehen,
mit Worten jonglieren.
Auszuprobieren.

So werde ich besser,
mal scharf wie ein Messer,
wie ein Lamm mal so fromm.
Aber ich komm.

Kreativität bestimmt das Sein,
es fällt mir immer ein,
was ich schreiben kann.
Ich glaube dran.

Dankbarkeit spielt mit.
Sie ist der Kitt,
der mein Schreiben erhält.
Schöne Welt.




by loose. 26.07.2020



Mittwoch, 15. Juli 2020
Lieder Liche Liebesgeschichte
Sabinchen war ein Frauenzimmer.
Um diese freite ein wilder Wassermann.
" Help,help", rief sie in höchster Not und entfloh hoch auf dem gelben Wagen.
Am Brunnen vor dem Tore blickte sie zurück.
Wie jeden Morgen ging die Sonne auf.
" Goldene, goldene Sonne, komm ein bisschen runter", sang sie denn in der morgendlichen Kälte fror sie erbärmlich.
" Yesterday all my trouble seems so far away", dachte sie unglücklich.
Aber Wunder gibt es immer wieder. Vorwärts die Rosse, sie traben, Winde weh'n Schiffe geh' n weit in fernes Land. Schon erreichte sie die ersten Bäume.
Sie schaute sich um. "Ein Männlein steht im Walde," dachte sie
Inzwischen saß der wilde Wassermann betrübt im tiefen, tiefen See und trauerte." Für Dich sollte es rote Rosen regnen, für immer wäre ich Dir treu geblieben.
Marmor, Stein und Eisen bricht, aber meine Liebe nicht", beteuerte er.
" Horch was kommt von draußen rein? Vielleicht kommt sie zu mir zurück" Hoffte er, weil er ein Plätschern hörte. Leider waren es nur die zwei stolzen Schwäne, einst vom Wolgastrand, nicht etwa Sabinchen.
Die hatte gerade den Jäger aus Kurpfalz getroffen, der sich Hals über Kopf in sie verliebt hatte. Er fand Sabinchen sweeter than roses " Bleib bei mir, kein schöner Land zu dieser Zeit, als wie das unsere weit und breit" Schwärmte er. Sabinchen schwieg zunächst, um ihn nicht zu verärgern. Ihr kam die Schwärmerei nationalistisch vor.
" Die Gedanken sind frei, ich denke was ich will" ging es ihr durch den Kopf. " Hier bleibe ich nicht. I can get no satisfaction in diesem finsteren Wald" Laut sagte sie:" Das geht nicht, ich bin heute hier morgen dort und außerdem : Von den blauen Bergen komme ich."
" Oh, du schöner Wald, bist des Jägers Aufenthalt" versuchte es der Jäger erneut. Da brach es aus dem Unterholz. Die Affen rasten durch den Wald. Sie waren außer Rand und Band. Sabinchen staunte:" Wo kommen die bloß so plötzlich her?"
"Wer hat die Kokosnuss geklaut? " grölten sie. " Oje, wo bin ich hier nur hingeraten" Allmählich wurde es ihr unheimlich. "Ach wäre ich an der schönen blauen Donau" wünschte sie sich.
"Hopp, hopp, hopp, Pferdchen lauft Galopp" Die Kutsche schoß vorwärts. Der Jäger schaute traurigen Blickes hinter ihr her. "Sweet Caroline", schluchzte er, weil er ihren Namen nicht kannte " Du gehörst zu mir wie mein Name an der Tür" Aber es half nichts die Kutsche entschwand.
Es begann zu regnen, Sabinchen war froh im Trockenen zu sitzen. Sie bemerkte Regentropfen, die an das Fenster klopften.
Endlich verließ der gelbe Wagen den Wald. Am Wegesrand sah Sabinchen einen kleinen Mann und eine dünne Frau, die mühsam einen Baum schüttelten. Sie ließ den Wagen halten. "Darf ich fragen, wer ihr seid und was ihr da macht? " Der kleine Mann verneigte sich: "Gestatten? Spannenlanger Hansel und nudeldicke Dirn. So werden wir genannt. Wir schütteln hier die Birn. Ich die großen und sie die klein' und wenn das Säcklein voll ist geh' n wir wieder heim"
Sabinchen merkte erst jetzt, dass sie hungrig war und bat um ein paar Birnen, die ihr gerne gereicht wurden.
Langsam war der Tag fortgeschritten. Abend ward es wieder über Wald und Feld. Der Mond ist aufgegangen.
Hohe Tannen wiesen die Sterne." Wie romantisch! " Dachte sie. Der wilde Wassermann fiel ihr wieder ein. Er war gar nicht so schlecht gewesen. Vielleicht wäre er doch der richtige für sie. Aber unter Wasser? Wie sollte das gehen? Sie schaute auf den gelben Wagen. Da kam ihr eine Idee. "We all live in a yellow submarine. Ja das wär's. Heh, Fuhrmann Heh!
Hehjo spann den Wagen an. Sie klatschte in die Hände. Sabinchen konnte es kaum abwarten, zurück zum See zu fahren.



Montag, 15. Juni 2020
Elfchen von Rita Bauer
Einsamkeit
ist meins
für mich jetzt
wann kommt ungezwungene Fröhlichkeit
zurück



Montag, 8. Juni 2020
Elfchen von Gerda Blume
Corona
Ist schwierig
Man sollte spazieren gehen
Aber nur mit Mundschutz
Trotzdem!


Ostern
Mit Hund
In der Eifel
Doch nicht ganz allein
Einsam



Samstag, 30. Mai 2020
Elfchen von Ingrid Gärtner
In
Der Krise
Neue Möglichkeiten finden
Überrascht werden von sich
Bereichernd


Erstaunlich
Wie schnell
Der Tag vergeht
Ohne Termine und Aufgaben
Ausgefüllt


Eigentlich
Brauche ich
Zum Glück wenig
Stelle ich verwundert fest
Beruhigend


Reisen
Im Kopf
Erinnernd und träumend
Kostet nichts, ist umweltfreundlich
Immerhin


Gesicht
Mit Maske
Ohne ein Lächeln
Bekommt man noch Luft
Schlecht


Wer
Weiß was
Über das Virus
Wie viele Stimmen verwirren
Uns



Mittwoch, 27. Mai 2020
Bitte Abstand halten
Bisher lebten wir im Lockdown und hatten uns einigermaßen darin eingerichtet.
War es anfangs befremdlich eine Maske anzuziehen, sobald wir ein Geschäft, den Vorraum von Geldautomaten oder öffentliche Räume betraten, wurde es uns bald zur Gewohnheit stets eine solche bereit zu haben. Draußen mieden wir volle Parks und versuchten unsere Spaziergänge und Wanderungen an unbekanntere Orte zu verlegen. Wir wählten Wege, die nicht so frequentiert waren und gingen zu Zeiten, in denen üblicherweise kaum jemand unterwegs war.
Einkaufen gingen wir auf Wunsch unserer Tochter nicht, die das für uns erledigte.
Unsere Freunde und Familie kontaktierten wir über Telefon, WhatsApp, Emails oder Video.
Mit der Zeit beobachtete ich bei mir, eine gewisse Menschenscheu. Es wurde mir unbehaglich zu Mute, wenn ich auf Waldwegen oder auf der Straße mehrere Leute meist Familiengruppen sah. Eine nie gekannte Feindseligkeit stellte sich bei mir ein, wenn ich glaubte, sie würden nicht genug Abstand zu uns halten. Dafür schämte ich mich insgeheim, und versuchte meine Empfindungen zu unterdrücken. Andrerseits wäre ich zu gerne wieder selber einkaufen gegangen, denn es war ungewohnt für mich, eine Einkaufsliste zu erstellen, da ich sonst immer impulsiv nach dem, was ich gerade sehe meine Kaufentscheidung treffe.
Aber wie gesagt, hatten wir uns an all das gewöhnt und fanden, dass es für uns persönlich keinen Grund zur Klage gab.
Wir waren darüber hinaus, diese Maßnahmen zu hinterfragen. Wir hatten viele Verschwörungstheorien oder die unterschiedlichen Ansichten von Virologen, Ärzten und Wissenschaftlern per Video, in den Nachrichten und in der ZEIT gehört und gelesen. Wir waren zu dem Schluss gekommen, uns so gut wie möglich an die Vorschriften zu halten. Auch wenn uns manches hart erscheint, zum Beispiel die Besuchsverbote bei dementen und schwerkranken Familienmitgliedern. Wir haben einige Fälle im Freundeskreis erlebt und mitgelitten.
Jetzt also die Lockerungen in einigen Bereichen. Sie kam just zu der Zeit, zu der wir unser alljährliches Familientreffen in der Pfalz geplant hatten. In der Woche mit dem langen Wochenende durch Himmelfahrt.
Damit hatten wir gar nicht mehr gerechnet und uns schon damit abgefunden, es auf nächstes Jahr zu verschieben. Da wir uns Üblicherweise mit Geschwistern, unseren und deren Kindern und Enkelkindern in einer Gruppe von ca. zwanzig Personen treffen, istveine gute Planung mit Resevierung von Ferienhäusern, Appartements sowie Tischreservierung in Restaurants erforderlich.
All das hatte schon vor dem Auftreten der Pandemie ein Jahr im Voraus stattgefunden. Gerade hatten wir erwogen alles zu stornieren.
Nun wurden die Karten neu gemischt.
Aber eine solch große Gruppe, wäre das möglich?
Es hieß, nur zwei Familienstände dürften an einem Tisch Platz nehmen. Die Tische müssten mindestens 1,5 Meter Abstand haben und ob die Hütten des Pfälzer Waldvereins, in denen wir mittags immer einkehrten, geöffnet hätten, war sehr unwahrscheinlich.
Nach vielen WhatsApps hin und her stand fest, dass nicht alle aus der Großfamilie mitführen. Die Familien mit den kleinen Kindern wollten lieber zuhause bleiben. Sie meinten, es fühle sich für sie falsch an, mit so vielen zu verreisen, obwohl Kindergärten noch geschlossen hätten. Aber sie hätten nichts dagegen, wenn wir anderen die Gelegenheit nützten.
Schließlich waren wir insgesamt elf Personen in fünf Hausständen.
Logistisch hatten wir noch einiges zu regeln, bis alles in Ordnung war.
Meine Tochter Silke mit drei Kindern und Ehemann bezogen ein Ferienhaus. Mein Mann und ich, sein Bruder nebst Frau, seine alleinstehende Schwester, sein alleinstehender Bruder hatten vier Appartements in einem anderen Haus gemietet. In den Restaurants konnten wir mit jeweils drei Personen aus zwei Hausständen an Nachbartischen sitzen. Die fünfköpfige Famile meiner Tochter hatten zusammen einen Tisch in Sichtweite.
Tagsüber im Wald wanderten wir alle gemeinsam, den Abstand mehr oder weniger einhaltend. Die Hütten waren zwar geschlossen, aber ein Picknick ist auch eine schöne Sache.
Obwohl dieses Mal alles ganz anders war, als die Jahre davor, konnten wir die Zeit in der Pfalz genießen. Wir waren froh, mal aus dem täglichen Trott heraus zu kommen und etwas anderes zu sehen. Zwar entfielen die großen gemeinsamen Frühstücke, das Herumtollen von kleinen und großen Cousins und Cousinen, das selbstverständliche Zusammensein innerhalb der Großfamilie, die Gespräche und Neckereien, aber eines war doch wie immer.
Die schöne Landschaft mit dem Blick von den Pfälzer Bergen in die weite Rheinebene,mit den in frischem grünen Laub stehenden Weinfeldern im Vordergrund. Die in weiter Ferne im dunkelblauen Dunst des Horizonts sich abzeichnenden Höhenzüge des Schwarzwaldes, der Bergstraße und des Kraichgaus erstreckten sich vor uns, wenn immer sich eine Aussicht ergab.
An Waldbächen mit bemoosten Steinen und von Kindern, aus Ästen gebauten Staudämmen vorbei, führten die Wege. Die Vögel zwitscherten, was das Zeug hielt und verlaufen haben wir uns auch. Zur großen Freude unserer Enkels führte das zu einem abenteuerlichen Aufstieg eines steilen Hügels. Über Stock und Stein, über gefallene Baumstämme kletterten wir, um den Weg wieder zufinden, der in die richtige Richtung ging.
Abends im Restaurant mussten wir unsere Namen, Adressen und Telefonnummern angeben, unsere Hände desinfizieren.Danach wurden wir maskiert von maskierten KellnerInnen zu unseren Tischen geleitet. Dort durften wir unsere Masken abziehen, solange wir am Tisch blieben. Der Gang zur Toilette war wieder mit Maske zurückzulegen.
Das ganze entbehrte nicht einer gewissen Komik. Besonders als meine Tochter mit Familie geschlossen,alle mit Maske, vor unserem Tisch standen, um sich zu verabschieden, da sie schon mit dem Essen fertig waren. Davon habe ich ein Erinnerungsfoto gemacht, damit wir es nicht vergessen, wenn später wieder alles normal wird.
Aber wann wird das sein?
Wird es jemals wieder so wie vorher?

Corona
Als Krone
Der Schöpfung verstand
Die Menschenheit sich lange
Wieso?




.



Freitag, 15. Mai 2020
Elfchen von Marion Kornau
Pausen

Kunst
sehen, erleben
macht mich neugierig
ist untersagt, anwesend sein
Kunstpause


Natur
erwacht, Sternenhimmel
macht mich froh
die Ruhe ohne Verkehr
wohltuend



Sonntag, 10. Mai 2020
Elfchen von Wilma Breloh
Coronakrise
Radtouren sind
erlaubt herrliches Wetter
entdecken Schönheiten der Heimat
Trost


Warten
Schlange stehen
Keine Geduld haben
Sie muss erlernt werden
Ansteckungsgefahr


Frühjahr
Viel Sonnenschein
Leider kein Regen
Der Gartenboden trocknet aus
Gießorgien


Toilettenpapier
Regale leer
Hamsterkäufe aller Orten
Wüssten uns zu helfen
Kriegskinder


Partnerschaft
Neu erleben
Krise schweißt zusammen
Interessen teilen, Neues entdecken
Freude


Entschleunigung
Sollte eintreten
In der Krise
Bei mir nicht erfolgt
Gartenarbeit